In der Version 4 gibt es - laut Werbung - viele Neuerungen. Es hat aber erstmal eines 'Aufräumens' auf meiner notebook- harddisk bedurft, bevor ich die Neuerungen testen konnte, denn statt - wie im Installationsmenu angegeben - 80 MB für die Minimalversion, musste ich über 120 MB freimachen, bevor das Programm anwendbar startete....Dann war noch etwas Platz für die Abspeicherung der Startbedingungen zu machen und endlich waren die ersten der vielen Millionen darstellbarer Sterne und anderer Objekte in der lokalen Ansicht des Himmels nach Süden zum Zeitpunkt des Tests (= dem Zeitpunkt der Einstellung der Uhr im Computer) auf dem Bildschirm zu sehen.
Die wichtigste Neuerung ist wohl, dass jetzt gleichzeitig zwei Arbeitsfenster zu öffnen sind, in denen etwa verschiedene Ansichten eines Ereignisses (etwa Sonnenfinsternis am Himmel und Schatten auf der Erde) oder ganz unterschiedliche Objekte anzusehen sind. Diese Einstellungen sind abspeicherbar. Sehr schön ist auch die Möglichkeit, die Zoom-Einstellungen zyklisch zu ändern - etwa in den Orion-Nebel hineinzufahren oder aus ihm heraus.
Wie schon bei früheren Versionen von REDSHIFT gibt es auch wieder an einigen Stellen Probleme mit der Darstellung. Dies mag an der Graphikkarte in meinem notebook liegen. (Ich plane Tests auch auf anderen Systemen. Mehr demnächst oder auf Anfrage per e-mail, s.u.)
Einige Fehler und Mängel werden hier angegeben und tw. korrigiert: Es wird mehrfach behauptet, dass Fraunhofer die Absorptionslinien im Sonnenspektrum 1814 entdeckt habe. Korrekt ist, dass Wollaston diese Linien 1802 erstmals beschrieb, dass aber Fraunhofer, der die Linien zur Bestimmung optischer Parameter von Gläsern verwendete, 1814 erstmals eine umfassende Liste der stärksten Linien angab. Daher tragen sie vielfach heute seinen Namen ('Fraunhofersche Linien'). Bei der Beschreibung und Darstellung des Vakuum-Turm-Teleskops in Izana auf Teneriffa sollte beachtet werden, dass der zweite Umlenkspiegel im evakuierten Teleskop ein Planspiegel und nicht ein abbildender Spiegel ist - wie in der Zeichnung dargestellt. Ausserdem wird nicht der Hauptspiegel des Coelostaten sondern der zweite Coelostatenspiegel per Computer gesteuert, um etwa bestimmte Positionen auf der Sonnenscheibe anzusteuern. Was die Informationen über große Protuberanzen betrifft, so war zum 50-jährigen Jubiläum - am 4.Juni 1996 - noch die namentlich benannte 'Grand Daddy' Protuberanz vom 4.6.1946 die größte - nicht eine von Skylab 1974 beobachtete. Aber das ist vielleicht zu kleinlich... Auch in dem umfangreichen Begleitheft sind ein paar Symbole falsch bzw. andere fehlen. Aber das dürfte beim Lesen kaum zu Problemen führen. Bedauerlich ist, dass die Darstellungen nur für Bildschirmauflösungen von 640 * 480 Bildpunkte ausgelegt sind, obwohl die unterste Auflösung, die gebräuchlich ist, bei 800 * 600 Bildpunkten liegt. Das KIS-Klett-Begleitprogramm sollte sich - wenn auch ggf. nicht optimal - an alle Bildschirmgrößen anpassen, getestet wurde es für 800 * 600 Bildpunkte.