Galaxien bilden die fundamentalen Bausteine des beobachtbaren Universums.
Sie sind von den Größenordnungen ihrer physikalischen Parameter
unserer Milchstraße vergleichbar, trotzdem gibt es eine Vielzahl
struktureller Formen. Die Komposition reicht von Galaxien, die nahezu vollständig
aus Gas bestehen bis zu Galaxien, die nur aus Sternen ohne interstellares
Medium bestehen. Galaxien gruppieren sich zu Haufen und Superhaufen. Tabelle
stellt die wichtigsten Parameterbereiche zusammen.
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| Leuchtkraft |
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| Leuchtende Masse |
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| Radius |
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4.2. Strukturelle Klassifikation
Der durch die Atmosphäre und das Zodiakallicht hervorgerufene natürliche Hintergrund begrenzt die Empfindlichkeit für Objekte mit geringer Flächenleuchtkraft, wie Galaxien. Man kann daher nur die hellsten Bereiche vieler Galaxien beobachten - Auswahleffekte!
Anhand ihrer Morphologie unterscheidet man
Elliptische Galaxien erscheinen als elliptische Konzentrationen
von Sternen ohne Anzeichen eines interstellaren Mediums oder von kürzlicher
Sternentstehung. Man teilt sie gemäß der (projizierten) Elliptizität
in die Klassen E0, E1, ... E7 ein, wobei E0 scheinbar kugelförmig
sind und bei E7 die scheinbare kurze Halbachse 30% der langen Halbachse
betragen. Eine Sonderform sind elliptische Riesengalaxien (Klasse cD),
elliptische Galaxie mit einem großen, leuschtschwachen Halo aus Sternen.
Linsenförmige Galaxien (Typ S0) bestehen aus einer elliptischen Komponente mit einer flachen Scheibe aus Sternen ohne Anzeichen von Spiralen sowie nur geringen Anteilen interstellaren Mediums.
Spiralgalaxien haben eine zentrale elliptische Komponente ("bulge") sowie eine Scheibe aus Sternen. Zusätzlich gibt es eine dünne Scheibe aus interstellarem Medium, welches eine Spiralstruktur zeigt. Dort findet Sternentstehung statt.
Balkenspiralgalaxien weisen zudem einen prominenten zentralen Balken auf. Man unterscheidet je nach Ausbildung der zentralen Ellipse und der Spiralen die Typen Sa ... Sb ... Sc bzw. Sba ... SBb ... SBc. Die Milchstraße ist klassifiziert als Typ Sbc (Zwischentyp zwischen Sb und Sc); jüngere Studien zeigen aber die schwache Ausbildung eines Balkens.
Irreguläre Galaxien lassen sich von der Struktur keiner
der bisherigen Klassen zuordnen. Sie enthalten häufig Staub und zeigen
Sernbildung.
4.2.1. Elliptische Galaxien
Struktur: die Helligkeitsverteilung elliptischer Galaxien ist im wesentlichen eine Funktion des (u. U. elliptisch verzerrten) Radius. Eine gute empirische Annäherung an gemessene Verteilungen der Flächenhelligkeit I ist gegeben mit dem de Vaucouleur'schen Gesetz:
.
(4.1)
Die Größen re und Ie sind so gewählt, daß die Hälfte der Gesamtleuchtkraft der Galaxie innerhalb des Radius re auftritt und die Flächenhelligkeit dort den Wert Ie hat. Typische Werte sind 1 ... 10 kpc bzw. 20 ... 23 mag arcsec-2. In den äußeren Gebieten einiger Galaxien kann es zu Abweichungen von (4.1) kommen; bei Zwerggalaxien ist der Abfall u. U. stärker, bei den massereichsen elliptischen Riesengalaxien dagegen schwächer. Sowohl die Elliptizität als auch die Orientierung der Linien konstanter Helligkeit kann für eine gegebene Galaxie eine Funktion der Helligkeit sein; daraus läßt sich schließen, daß die Struktur derselben komplizierter ist, als es den Anschein hat.
Unter der Voraussetzung der Rotationssymmetrie kann man aus der Helligkeitsverteilung
auf die dreidimensionale Struktur bei elliptischen Galaxien schließen;
dies kann man am einfachsten am, Beispiel kugelförmiger Galaxien erläutern.
Bezeichnen wir mit
die
dreidimnsionale Verteilung der Leuchtkraftdichte, die nur eine Funktion
des Abstandes vom Zentrum r
sei. Die beobachtete Flächenhelligkeit I(r) ist eine Funktion
des Abstandes r von der Projektion des Zentrums an die Himmelssphäre,
und ist gegeben mit dem Integral von
längs
der Sehlinie
,
(4.2)
wobei dz ein Längenelement der Sehlinie ist. Es gilt
und
durch Vertauschung der Variablen erhält man für (4.2)
.
(4.3)
Diese Gleichung läßt sich allgemein für
lösen,
und man erhält
.
(4.4)
Die Gleichung (4.3) ist eine Abel'sche Integralgleichung. Man bezeichnet die Transformation zwischen einer symmetrischen Verteilung und ihrer Projektion nach (4.3) und (4.4) als Abel-Transformation.
Führt man diese Transformation für elliptische Galaxien durch, so stellt man fest, daß die dreidimensionale Leuchtdichte sehr stark zum Zentrum konzentriert ist ("Galaxienkern").
Zusammensetzung: Das Spektrum einer Galaxie setzt sich aus den Spektren ihrer Mitgliedssterne zusammen. Aus verschiedenen spektralen Details (Stärken vieler Linien, breitbandige spektrale Verteilung) kann man auf die Massen, das Alter und die chemische Zusammensetzung der Sternpopulationen schließen (Populationssynthese). In Verbindung mit der Evolutionstheorie der Sterne kann man die Entwicklung der Leuchtkraft der Galaxie untersuchen.
Demnach bestehen elliptische Galaxien praktisch ausschließlich aus Sternen, welche gleichzeitig vor 1010 Jahren gebildet wurden. Die meiste Leuchtkraft stammt von Roten Riesen, der Löwenanteil der Masse aber von Sternen mit M < MSonne. Da metallreiche Sterne bei gleicher Leuchtkraft röter sind als metallarme, deuten Verfärbungen auf die chemische Zusammensetzung hin. In diesem Sinne gibt es eine Farb-Helligkeitsbeziehung; hellere Galaxien sind auch röter. Die metallreichen elliptischen Galaxien haben sonnenähnliche Metallizitäten, die metallärmeren einen Faktor 100 weniger. Außerdem zeigen elliptische Galaxien einen Farbgradienten so daß die zentralen Bereiche metallreicher sind.
Viele elliptische Galaxien enthalten kein interstellares Medium, obwohl ihre Sternpopulation welches produzieren müßte. Wenige zeigen Anzeichen von Sternentwicklung in ihrem Kern.
Dynamik: aus den Spektren kann man durch Doppleranalyse
Geschwindigkeitsverteilungen ableiten. Die Geschwindigkeiten der individuellen
Sternen bestimmen Linienbreiten, eine Rotation um das Zentrum bewirkt systematische
Verschiebungen als Funktion der Position. Es zeigt sich, daß eine
Rotationskomponente nicht eine Elliptizität erklärt - es gibt
also keine "Rotationsellipsoiden". Rotationsgeschwindigkeiten sind oft
geringer als Geschwindigkeitsdispersionen, beide liegen im Bereich von
wenigen 100 km s-1.
4.2.2. Spiralgalaxien
Der zentrale Bereich der Spiralgalaxien ähnelt in Struktur und Helligkeitsverteilung einer elliptischen Galaxie. Die stellare Scheibenkomponente hat eine Helligkeitsverteilung der Form
.
(4.5)
Die Flächenhelligkeit der Scheibe ist typischerweise 21 ... 22 mag arcsec-2 und der Radius r0 beträgt zwischen 1 und 5 kpc. Das Verhältnis der Helligkeiten von Zentralbereich und Scheibe ist etwas kleiner als 1 für den Typ Sc und etwas größer für "frühere" Typen. Die Dicke der Scheiben ist typischerweise 1.2 kpc.
Der Anteil an interstellarem Medium variiert nach Typ zwischen ca. 2% für Sa und 10% für Sc, bis zu 15% oder mehr für irreguläre Galaxien. Aufgrund von Radiomessungen ist bekannt, daß das Gas auf eine nur 200 pc dicke Scheibe begrenzt ist, welche sich allerdings erheblich über die sichtbare Scheibe hinaus ausdehnen kann. Im Zentrum gibt es ein "Loch" von wenigen kpc Durchmesser.
Zusammensetzung: der Zentralbereich ist ähnlich wie elliptische Galaxien zusammengesetzt. Die Zusammensetzung des Gases läßt sich anhand der Emission von H II - Regionen studieren. Der Metallgehalt nimmt zum Zentrum ebenfalls zu, allerdings ist die Variation zwischen Galaxien groß.
Dynamik: die Rotationskurven der Spiralgalaxien ähnelt der unserer Milchstraße. Im Zentralbereich wächst die Rotationsgeschwindigkeit proportional zum Radius ("fester Körper") und ist in der Scheibenregion nahezu konstant. "Frühere" Galaxientypen (Sa) haben höhere Geschwindigkeiten um 300 km s-1 als spätere, um 200 km s-1.
Spiralstruktur: die Spiralarme sind relativ helle Objekte. Einige Galaxien haben zwei ausgeprägte, durchgehende Arme, andere Galaxien viele kurze Fragmente. Die Arme öffnen sich fast immer in Gegenrichtung zur Rotation. Man sieht die Spiralstruktur am besten am interstellaren Staub, den H II-Regionen und an jungen Sternen. Staubwolken gibt es an den inneren Rändern der Spiralarme, an deren Rändern Sternentstehungsgebiete.
Die Häufigkeit der Spiralen deutet darauf hin, daß es sich
um ein langlebiges Phänomen handeln muß. Neuere theoretische
Studien zufolge handelt es sich um spiralige Dichtewellen, welche den Kollaps
der Staubwolken und damit die Sternentstehung hervorrufen. Bewegungen innerhalb
der Spiralarme lassen sich mit der 21cm-Radiostrahlung messen. Die Entdeckung
der für die Dichtewellentheorie charakteristischen Geschwindigkeitsfelder
steht aber noch aus. Die Ursache der Spiralen sowie der Balken ist weiterhin
unklar.

Spiralnebel M 106 im blauen Spektralbereich (links) und im infraroten (rechts).
4.3. Massen- und Leuchtkraftbeziehungen
Die integrale Leuchtkraft L einer Galaxie bestimmt man empfindlichkeitsbedingt bis zu einem Schwellenwert der Flächenhelligkeit (z. B. 26.5 mag arcsec-2). Damit werden integrale Leuchtkräfte eine etwas willkürliche Größe. Insbesondere die schwächer leuchtenden Außenbereiche werden oft nicht erfaßt.
Die Leuchtkraft ist für alle Galaxientypen sehr variabel, sie hängt vermutlich von der Gesamtmasse einer Galaxie ab. Ähnlich wie bei Sternen bestimmt man die Verteilungsfunktion F (L) der Galaxienzahl in Abhängigkeit ihrer absoluten Leuchtkraft pro Volumenelement. Dies ist möglich, wenn man die Entfernungen der Galaxien kennt (s. unten). Eine allgemein verwendete Verteilung ist Schechter's Verteilungsfunktion
.
(4.6)
Die Parameter F *, L*, und a werden experimentell bestimmt. Nach den Beobachtungen ist a = -1.1, damit nimmt die Häufigkeit leuchtschwacher Galaxien zu. Oberhalb von L* = -21 mag nimmt die Häufigkeit stark ab (die absolute Leuchtkraft der Milchstraße ist -20.2). Der Parameter F * entspricht einer Raumdichte und ist örtlich stark variabel. Die Raumdichte von Galaxien mit L > L* beträgt 3.5 10-3 Mpc-3, der mittlere Abstand dieser Galaxien ca. 4 Mpc. Da die Zahl leuchtschwächerer Galaxien wesentlich höher ist, ist der mittlere Abstand von der Größenordnung der Durchmesser der Galaxien.
Die Masse der Galaxien spielen eine große Rolle für die Kosmologie. Galaxienmassen lassen sich indirekt aus ihrer Dynamik sowie der Dynamik der Galaxienhaufen bestimmen. Daraus lassen sich Masse-Leuchtkraft-Beziehungen M/L (in Einheiten der Sonnemasse und -Leuchtkraft) ableiten. In der Umgebung der Sonne ist M/L = 3.
Für elliptische Galaxien kann man die potentielle Energie - und damit die Masse - aus der aus Linienbreiten gewonnenen Geschwindigkeitsdispersion D V mit Hilfe des Virialsatzes bestimmen. Für ein System im Gleichgewicht gilt für die po-tentielle Energie U und die kinetische Energie T der Zusammenhang 2T + U = 0. Wegen der geringen Rotation ist T = M/2 (D V)2. Die potentielle Energie ist gegeben mit U = -G M2 / (2R). Damit ist M = 2 (D V)2 R / G. Für helle elliptische Galaxien ergibt sich innerhalb von Radien R von 10 kpc Massen von bis zu 1013 Sonnenmassen und ein Wert M/L = 10.
In den äußeren Bereichen der Scheiben von Spiralgalaxien ist die Rotationsgeschwindigkeit - welche die kinetische Energie dominiert - unabhängig vom Abstand. Damit ist die von einem Radius R umschlossene Masse M(R) direkt zu R proportional. M/L beträgt hier je nach Typ zwischen 4 ... 8. Gesamtmassen betragen bis zu 1012 Sonnenmassen.
Aus der Dynamik einzelner Galaxien in größeren Ansammlungen kann man auf das Vorhandensein nichtleuchtender Materie in erheblichem Ausmaß schließen. Hier ergeben sich Werte von M/L zwischen 20 ... 30, entsprechend einem mittleren Abstand zwischen Galaxien von 50 kpc. Die Dynamik der Galaxienhaufen in Superhaufen läßt auf noch höhere Werte von bis zu 200 schließen. Offenbar nimmt der Anteil nichtleuchtender Materie mit größerer Skala zu. Die Natur dieser Materie ist bislang völlig spekulativ und wird als missing mass problem bezeichnet.
Der Nachweis daß Galaxien Körper sind, welche nicht unserer Milchstraße angehören, gelang Edwin Hubble im Jahre 1924. Er konnte einzelne Sterne in der Andromeda-Galaxie (M31) und anderen auflösen und einige Sterne mit bekannter absoluter Helligkeit identifizieren und somit das Entfernungsmodul zu M31 berechnen. Damit war die Grundlage der extragalaktischen Entfernungsbestimmung gelegt. Die Zuordnung der Galaxien zu übergeordneten Strukturen erfordert eine Reihe von Methoden der Entfernungsbestimmung, die hier zunächst vorgestellt werden sollen. Den Ausgangspunkt finden extragalaktische Methoden in den innerhalb der Milchstraße verwendeten, basieren also letztendlich auf astrometrischen Parallaxen und stellarstatistischen Methoden.
ROSAT-Röntgenbild des Sagittarius-Superhaufens (Astronomisches Institut Münster).
4.5. Aktive Galaxien und Quasare
Galaxien zeigen vielerlei Aktivität im sichtbaren, IR- und Radiobereich. Einige haben einen außergewöhnlich hellen Kern ähnlich einer großen H II-Region, dies sind junge Galaxien mit erhöhten Sternentstehungsraten. Andere Galaxien mit hellen Kernen sind sicher alt. Andere zeigen besonders breite Spektrallinien, was auf eine hohe Geschwindigkeitsdispersion (Explosionen) hinweist. Einige zeigen Jets. Viele zeigen nichtthermische Synchrotonspektren, welche durch schnelle Elektronen in Magnetfeldern erzeugt werden.
Die Leuchtkräfte aktiver Galaxien kann sehr hoch sein, dies weist
auf kurzfristige Prozesse hin. Man nimmt daher an, daß hohe Aktivität
nur in begrenzten Entwicklungsstadien von Galaxien auftritt. Es gibt zwei
Hauptklassen aktiver Galaxien: Seyfert-Galaxien (Spiralgalaxien) und Radiogalaxien
(elliptische Galaxien).
4.5.1. Seyfert-Galaxien
Seyfert-Galaxien (SG) zeichnen sich durch einen sehr hellen, punktartigen
Kern und ein Spektrum mit breiten Emissionslinien aus. Das Kontinuum hat
eine nichtthermische Komponente mit Schwerpunkt im UV. Das Emissionsspektrum
wird einer schnellen, zum Kern konzentrierten Gaskomponente zugeschrieben.
Man unterscheidet SG Typ 1 und Typ 2. Typ 1 hat breite Linien (104
km s-1) erlaubter Übergänge und mit < 103
km s-1 schmälere Linien verbotener Übergänge.
Der Typ 2 hat grundsätzlich schmälere Linien etwa gleicher Breite.
Man nimmt an, daß die broad line region des Typs 1 sich dicht
am Kern befindet und die narrow line region weiter außerhalb
anzusiedeln ist. Im Typ 2 versperrt das interstellare Medium den Blick
auf die broad line region.
Alle SG, deren Hubble-Typ bekannt ist, sind Spiralen. Sie sind starke
IR-Quellen, Typ 1 auch starke UV-Quellen, beide schwache Radioquellen.
Hochvariable Emissionen kosmischer Strahlung sind erst kürzlich an
SG nachgewiesen worden. Ca. 1% aller hellen Spiralgalaxien sind SG. Die
Leuchtkraft der Kerne ist mit 1036 ... 1038 W etwa
so groß wie die restliche Galaxie. Schwankungen der Leuchtkraft sind
häufig.
4.5.2. Radiogalaxien
Die Radioemission der Radiogalaxien (RG) ist nichtthermische Synchrotronstrahlung. Mit 1033 ... 1038 W ist die Radioleuchtkraft mitunter etwa so groß wie die der restlichen Galaxie im Optischen. Das Charakteristische einer RG ist eine ausgedehnte Doppelstruktur, die an Dimension die optische Galaxie weit überschreiten kann. Einige RG zeigen Strukturen über Skalen von 6Mpc, andere (M87) nur über einige kpc.
Die Radiostrukturen stammen aus dem Galaxienkern. Die Elektronen müssen dabei kontinuierlich beschleunigt werden, um auch noch weit draußen Synchrotronstrahlung zu erzeugen. Die Flügel enthalten häufig symmetrische Konzentrationen welche auf Auswürfe des Kerns hinweisen. Außerdem findet man Jets, welche die Flügel mit dem Kern verbinden.
Die Radiogalaxie Cygnus A, beobachtet mit dem NRAO VLA (National Radio Astronomical Observatory).
Quasare ("Quasistellare Radioquellen", QSO's) wurden 1963 entdeckt,
als Maarten Schmidt in dem optischen Spektrum der Radioquelle 3C273 Rotverschiebungen
von
entdeckte.
Hohe Rotverschiebungen sind das die Quasare auszeichnende Merkmal. Im Sichtbaren
erscheinen sie als zunächst als Punktquellen im Radio- bis Röntgenbereich,
manche zeigen eine Doppelstruktur. Die meisten Quasare sind nur schwache
Radioquellen und daher nur im Sichtbaren identifiziert. Sie gehören
zu den Objekten mit den größten Rotverschiebungen bis zu z
» 4. Die 121.6 nm UV Lyman-a
Linie des H (im Ruhesystem) findet man häufig weit in das Sichtbare
verschoben.
Interpretiert man die Rotverschiebung kosmologisch, so handelt es sich bei den Quasaren um die am "weitesten" entfernten Objekte. 3C273 hat dann eine Entfernung von 950 Mpc (H0 = 50 km s-1 Mpc-1), der Quasar PKS 2000-330 mit z = 3.78 etwa 5500 Mpc. Bei diesen Entfernungen müssen die Leuchtkräfte extrem groß sein. Typische Werte liegen bei 1038 ... 1041 W, etwa das Hundertfache der Leuchtkraft einer normalen Galaxie.
Die Spektren der Quasare enthalten Emissions- und Absorptionslinien. Während die Emissionslinien ausschließlich auf den Quasar zurückgeführt werden, findet man Absorptionslinien, welche vom intergalaktischen Medium erzeugt werden. Diese haben unterschiedliche Rotverschiebungen. Somit findet man bei Wellenlängen kürzer als die verschobene Lyman-a Linie einen ganzen "Wald" von Absorptionlinien ("Lyman-a forest").
Die Helligkeit der Quasare schwankt mitunter stark, innerhalb von Tagen.
Daraus kann man schließen, daß die eigentlichen Quellen nicht
größer als einige Lichttage bzw. einige 100 AU sind. Es gibt
offenbar keine Quasare in unmittelbarer Nähe zur Lokalen Gruppe. Da
man, je tiefer man in den Weltraum blickt, auch weiter in die Vergangenheit
schaut, handelt es sich bei den Quasaren offenbar um ein transientens Phänomen,
welches im früheren Universum viel häufiger war als heute.